Besuch der ehemaligen Ordensburg Vogelsang 2012
Schulausflug der ECR zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang
Am Mittwoch, dem 13.Juni 2012, ist die 10er Stufe der ECR unter Begleitung mehrerer Lehrer zur ehemaligen Ordensburg nach Vogelsang gefahren. Seit dem Abzug der letzten Soldaten in 2005 ist die Ordensburg heute das Herz des Nationalparks Eifel.
Unser SV hat beschlossen, dass wir als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" in jedem Jahr allen 10ern den Besuch der Burg Vogelsang ermöglichen. Die Städteregion unterstützte diesen Ausflug in diesem Jahr durch eine „Bildungszugabe".
Im Geschichtsunterricht wird zur Vorbereitung das Thema 2. Weltkrieg unter Hitler behandelt. Auch wir hatten bereits im Schulunterricht dazu umfangreiches Filmmaterial angeschaut und konnten uns somit einen ersten Eindruck machen, wie schrecklich dieser Krieg gewesen war.
In Vogelsang wurden wir von einer Führerin sehr detailliert über die Hintergründe, den Sinn und Zweck der Ordensburg informiert. Neben Vogelsang gab es noch 2 weitere Ordensburgen in Pommern und Sonthofen im Allgäu. Die Burg Vogelsang wurde am 24.4.1936 persönlich durch Hitler übergeben.
In den „Junkerschmieden", wie sie im Volksmund oft bezeichnet wurden, sollten die menschenverachtende Rassenpolitik und die spätere Ausrichtung des NS-Systems gelehrt werden. Hier wurde die junge NS-Führungselite auf ihren Einsatz in Staat und Gesellschaft vorbereitet. Hier erhielt sie ihre ideologische Orientierung.
Es war geplant, dass die angehenden Junker jeweils ein Jahr auf den einzelnen Burgen Lehrgänge absolvieren sollten. Zusätzlich sollten sie im 4. Jahr noch die „Partei-Universität" besuchen. Dazu sollte dann in Vogelsang noch ein riesiges Gebäude errichtet werden, nämlich den „Tempel der Weisheit". Kriegsbedingt ist es dazu nicht mehr gekommen.
Die eigentliche Ausbildung fand nur von 1936 bis zum Kriegsbeginn 1939 statt. Sie betraf ca. 1.5OO Männer, die meist aus der unteren Mittelschicht stammten, im Alter von 23 bis 26 Jahren war, keine Brille trugen, größer als 160cm und kerngesund waren und zudem einen „Ariernachweis" bis zum Jahr 1800 erbringen konnten.
Uns wurde die sehr weitläufige Anlage gezeigt. Am Sportplatz angekommen, habe ich die großen Gebäude auf mich wirken lassen. Sämtliche Gebäude sind mit Bruchsteinen aus Monschauer Steinbrüchen errichtet worden. Die Steine sind damals mit Pferde- und Ochsengespannen nach Vogelsang „gekarrt" worden.
Wir haben auch einen Teil der Gebäude von innen besichtigt und konnten einen Blick in das für damalige Verhältnisse einmalige Schwimmband werfen. Dieses Schwimmbad ist heute der Öffentlichkeit zugängig.
Damit war die Führung zu Ende. Wir fuhren anschließend gemeinsam wieder zur Schule zurück. Dabei gab es auf der Rückfahrt sehr angeregte Diskussionen über Vogelsang, Hitler und das Gesehene.
Andreas Henn